Einzelbetreuung

„In der Anfangszeit haben wir überwiegend Einzelbetreuungen angeboten: Gespräche in den Zimmern, Spaziergänge im Garten, Handmassagen, Maniküre etc.“

Leitung des Sozialen Dienstes einer Einrichtung in Baden-Württemberg

“Der Soziale Dienst hat sich voll auf die Einzelbetreuung ausgerichtet, Spaziergänge im Garten, Gespräche, Musik und Gottesdienste im Garten, die von den Fenstern oder mit Abstand miterlebt werden können, gemeinsames Zeitunglesen, Nagelstübchen und vieles mehr, je nach individuellen Vorlieben.“

Leitung einer Einrichtung in Nordrhein-Westfalen

„Die Betreuungskräfte und FSJ/BFD haben alle Angebote auf Einzelbetreuung umgestellt, Spaziergänge waren ebenso möglich wie Gespräche, Spiele, Sport.“

Mitarbeitende*r einer Einrichtung in Sachsen-Anhalt

Wenn Bewohner*innen isoliert werden müssen ist Einzelbetreuung ein zentraler Weg um Einsamkeit vorzubeugen, dies kann Bewohner*innen mit besonders hohem Risiko aber auch bereits an COVID-19 erkrankte Bewohner*innen betreffen. Im Survey berichten Mitarbeiter*innen von Einrichtungen deshalb auch über vermehrte Einzelbetreuung, z.B. durch Mitarbeiter*innen der sozialen Betreuung oder auch Auszubildende. Bei Bewohner*innen, die sich nicht an die Infektionsschutzmaßnahmen halten können, wurde teilweise die Einzelbetreuung verstärkt.

Auch in der Planung von Pflege und Sozialbetreuung sollte eine solche systematische Förderung von Einzelkontakten eine zentrale Rolle spielen. Es gilt also den Alltag so zu organisieren, dass eine Maximierung sozialer Kontaktflächen stattfinden kann und gleichzeitig Hygienemaßnahmen eingehalten werden können. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht eine lange Interaktion pro Tag die einzige Beschäftigung ist, sondern auch kurze, über den Tag verteilte Kontakte bestehen. Es ist ebenfalls gut, Bewohner*innen in alltägliche Tätigkeiten mit einzubeziehen, sodass beispielsweise Bettenmachen, Geschirrwegbringen oder Staubwischen für und mit den Bewohner*innen gemacht wird. Insbesondere für Menschen mit Demenz ist es wichtig, dass über gemeinsame Tätigkeiten eine Stabilisierung stattfinden kann. Außerdem kann auch passive Teilnahme – das Miterleben, ohne direkt aktiv beizutragen – hier die Lebensqualität verbessern.

Im Einzelkontakt ist es auch durchaus möglich, Spaziergänge durch den Garten oder andere Aktivitäten außerhalb des Zimmers durchzuführen, um Abwechslungen in der Umgebung zu ermöglichen. Hier muss besonders auf den Sicherheitsabstand zu anderen Bewohner*innen geachtet und auch regelmäßig erläutert werden. Dabei wurden verschiedene Möglichkeiten angesprochen:

  • Einzelaktivierungen, Gespräche, gemeinsames Zeitunglesen, beim Essen dabeisitzen o.ä.
  • Es bietet sich hierbei an, die Einzelbetreuung für Maßnahmen, die verschiedene sinnliche Erfahrungen ansprechen, zu nutzen.
  • Auch kann eine passive oder „distanzierte“ Partizipation an Gruppenaktivitäten im Garten am offenen Fenster oder auf dem Balkon ermöglicht werden, um Bewohner*innen individuell an einem Event, wie beispielsweise einem Gottesdienst, teilhaben zu lassen.
  • Gerade bei der Auswahl und dem Anwenden von Angeboten ist es wichtig, diese zu reflektieren und ggf. anzupassen um Vereinsamung entgegenwirken zu können.
  • Fallanalysen im interdisziplinären Team helfen, um entsprechende Angebote gestalten und anbieten zu können.

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1 Erfahrung mit “Einzelbetreuung”